Einordnung einiger zentraler Begriffe
🟥 Haltung
🟥 Haltung
Die richtige Haltung
Jedes Tun geschieht aus einer (unbewussten) Haltung heraus, aus einer tiefen Überzeugung, wie etwas richtig und zu tun ist. Auch jedem „Facilitating“, jedem Moderieren liegt eine Haltung zugrunde aus der heraus der Facilitator agiert. Um als Facilitator hilfreich sein zu können bedarf es einer spezifischen Haltung die es einzunehmen gilt, um wirksam „Begleitung für Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten zu können.
Gefragt ist eine „fragende Haltung“ nicht eine wissende, nicht der Fachberater, der mit Expertenwissen glänzt und sagt was zu tun ist, sondern der Prozessberater, der wissbegierig die vorhandenen Erfahrungen, Wünsche und Zielvorstellungen herausarbeitet und den Menschen hilft, ihre eigenen Antworten zu finden. Man könnte auch sagen: Der Fachberater macht sich das vorliegende Problem, die anstehende Aufgabe zu eigen und löst diese für den Auftraggeber. Bei Facilitation wechselt das Problem den Besitzer nicht!
Die geforderte „fragende Haltung“ verlangt von Facilitatoren ein gerüttelt Maß an Explorations-Kompetenz, welche ihrerseits die Fähigkeit voraussetzt, sich in die zu bearbeitende Thematik hineindenken zu können. Der Pferdefuß an der Sache: Je versierter jemand auf dem jeweiligen Gebiet ist, desto schwerer fällt inhaltliche Abstinenz. Facilitatorische Haltung verlangt daher Zurückhaltung, ja Bescheidenheit und die Akzeptanz des zentralen Gedankens des Konstruktivismus, der da lautet: „Es könnte alles auch ganz anders sein.“, was insbesonders für soziale Bezüge gilt.
Je weniger es jemandem möglich ist, diese Überzeugung zu teilen, desto weniger wird es ihm gelingen, die entsprechende Haltung einzunehmen die allein facilitatorisches Wirken möglich macht. Man kann und muss die skizzierte Haltung für Moderation / Facilitation ganz bewusst einnehmen. Man kann auch so tun als ob, also „so tun, als ob“ man der Überzeugung wäre, dass die Meinung des Facilitators zur jeweiligen Sache irrelevant, ja kontraproduktiv ist. Das wird aber nur für kurze Zeit gelingen. Vielmehr wird Facilitation unglaubwürdig, wenn das passiert, was in der Ralph Waldo Emerson zugeschriebenen Aussage anklingt: „Ich kann Deine Wort nicht hören, Deine Taten sind so laut!“.
Facilitator Qualifizerung ist daher immer auch ein Stück Persönlichkeitsentwicklung mit dem Ziel die erforderliche „facilitatorische Haltung“ einzunehmen und zu leben.
Durch Haltung Halt geben
Es ist ein Essential menschlichen Seins, Struktur zu haben, sie ist eine Voraussetzung dafür, dass wir uns überhaupt orientieren, handeln und uns in der Welt sicher fühlen können. Für Facilitation könnte man sagen: Der Mensch braucht Struktur wie ein Musiker ein Taktmaß braucht. Ohne Takt wird Musik chaotisch, aber zu starres Metrum erstickt Ausdruck und Lebendigkeit. Ähnlich brauchen Menschen genug Struktur, um Halt zu haben, und genug Offenheit, um sich in einen gemeinsamen Prozess einlassen zu können.
Die inhaltliche Zurückhaltung des Facilitators fordert und fördert die Selbstorganisation und Selbsverantwortung der zu belgeitenden Gruppe. Begleitung ist aber nicht das Gegenteil von Leitung. Das Gegenteil von Leitung ist Laissez-faire. Begleitung impliziert eine unterstützende, beziehungsorientierte Haltung, die darauf abzielt, eine Person oder Gruppe in einem Prozess zu unterstützen, ohne deren Eigenverantwortung zu ersetzen. Facilitation bedeutet, einen geschützten Raum zu schaffen in dem Selbtorganisation und Selbstverantwortung entstehen kann. Dieser geschützte Raum entsteht einerseits durch die skizzierte Grundhaltung und andererseits durch eine Struktur, die Halt gibt. Selbstorganisation braucht einen Rahmen, braucht Struktur, braucht Halt sonst droht Orientierungslosigkeit, Chaos und Konflikt. Facilitatoren dürfen die Prozessverantwortung nicht an die Gruppe delegieren. Professionelle facilitatorische Haltung beinhaltet die Einsicht in die Notwendigkeit durch Struktur Halt zu geben.
🟥
Haltung
Struktur
Zuhören
Haltung
Die richtige Haltung
Jedes Tun geschieht aus einer (unbewussten) Haltung heraus, aus einer tiefen Überzeugung, wie etwas richtig und zu tun ist. Auch jedem „Facilitating“, jedem Moderieren liegt eine Haltung zugrunde aus der heraus der Facilitator agiert. Um als Facilitator hilfreich sein zu können bedarf es einer spezifischen Haltung die es einzunehmen gilt, um wirksam „Begleitung für Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten zu können.
Gefragt ist eine „fragende Haltung“ nicht eine wissende, nicht der Fachberater, der mit Expertenwissen glänzt und sagt was zu tun ist, sondern der Prozessberater, der wissbegierig die vorhandenen Erfahrungen, Wünsche und Zielvorstellungen herausarbeitet und den Menschen hilft, ihre eigenen Antworten zu finden. Man könnte auch sagen: Der Fachberater macht sich das vorliegende Problem, die anstehende Aufgabe zu eigen und löst diese für den Auftraggeber. Bei Facilitation wechselt das Problem den Besitzer nicht!
Die geforderte „fragende Haltung“ verlangt von Facilitatoren ein gerüttelt Maß an Explorations-Kompetenz, welche ihrerseits die Fähigkeit voraussetzt, sich in die zu bearbeitende Thematik hineindenken zu können. Der Pferdefuß an der Sache: Je versierter jemand auf dem jeweiligen Gebiet ist, desto schwerer fällt inhaltliche Abstinenz. Facilitatorische Haltung verlangt daher Zurückhaltung, ja Bescheidenheit und die Akzeptanz des zentralen Gedankens des Konstruktivismus, der da lautet: „Es könnte alles auch ganz anders sein.“, was insbesonders für soziale Bezüge gilt.
Je weniger es jemandem möglich ist, diese Überzeugung zu teilen, desto weniger wird es ihm gelingen, die entsprechende Haltung einzunehmen die allein facilitatorisches Wirken möglich macht. Man kann und muss die skizzierte Haltung für Moderation / Facilitation ganz bewusst einnehmen. Man kann auch so tun als ob, also „so tun, als ob“ man der Überzeugung wäre, dass die Meinung des Facilitators zur jeweiligen Sache irrelevant, ja kontraproduktiv ist. Das wird aber nur für kurze Zeit gelingen. Vielmehr wird Facilitation unglaubwürdig, wenn das passiert, was in der Ralph Waldo Emerson zugeschriebenen Aussage anklingt: „Ich kann Deine Wort nicht hören, Deine Taten sind so laut!“.
Facilitator Qualifizerung ist daher immer auch ein Stück Persönlichkeitsentwicklung mit dem Ziel die erforderliche „facilitatorische Haltung“ einzunehmen und zu leben.
Durch Haltung Halt geben
Es ist ein Essential menschlichen Seins, Struktur zu haben, sie ist eine Voraussetzung dafür, dass wir uns überhaupt orientieren, handeln und uns in der Welt sicher fühlen können. Für Facilitation könnte man sagen: Der Mensch braucht Struktur wie ein Musiker ein Taktmaß braucht. Ohne Takt wird Musik chaotisch, aber zu starres Metrum erstickt Ausdruck und Lebendigkeit. Ähnlich brauchen Menschen genug Struktur, um Halt zu haben, und genug Offenheit, um sich in einen gemeinsamen Prozess einlassen zu können.
Die inhaltliche Zurückhaltung des Facilitators fordert und fördert die Selbstorganisation und Selbsverantwortung der zu belgeitenden Gruppe. Begleitung ist aber nicht das Gegenteil von Leitung. Das Gegenteil von Leitung ist Laissez-faire. Begleitung impliziert eine unterstützende, beziehungsorientierte Haltung, die darauf abzielt, eine Person oder Gruppe in einem Prozess zu unterstützen, ohne deren Eigenverantwortung zu ersetzen. Facilitation bedeutet, einen geschützten Raum zu schaffen in dem Selbtorganisation und Selbstverantwortung entstehen kann. Dieser geschützte Raum entsteht einerseits durch die skizzierte Grundhaltung und andererseits durch eine Struktur, die Halt gibt. Selbstorganisation braucht einen Rahmen, braucht Struktur, braucht Halt sonst droht Orientierungslosigkeit, Chaos und Konflikt. Facilitatoren dürfen die Prozessverantwortung nicht an die Gruppe delegieren. Professionelle facilitatorische Haltung beinhaltet die Einsicht in die Notwendigkeit durch Struktur Halt zu geben.
Struktur
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🟥 Zuhören
Analytisches und assoziatives Zuhören sind zwei unterschiedliche Formen des aktiven Zuhörens, die sich vor allem im Fokus und in der Tiefe des Verstehens unterscheiden. Analytisches Zuhören zielt auf sachliche Analyse und Struktur ab, während assoziatives Zuhören emotionaler und assoziativ geprägt ist.
Analytisches Zuhören
Beim analytischen Zuhören bleibt man fokussiert bei den Inhalten des Sprechers. Man analysiert Motive, Argumente und versteckte Bedeutungen nüchtern, ohne eigene Gedankenflüge oder emotionale Ablenkung – wie mit einem „dritten Ohr“ für Logik und Struktur.
Assoziatives Zuhören
Hier entstehen beim Zuhören spontan eigene Assoziationen zu ähnlichen Erlebnissen. Es ist emotionaler und selektiver: Man verbindet das Gehörte mit eigenen Erinnerungen und wartet oft darauf, selbst zu erzählen, was das Zuhören oberflächlicher macht.
Vergleich der Ansätze
| Aspekt | Analytisches Zuhören | Assoziatives Zuhören |
|---|---|---|
| Fokus | Sachlich, strukturiert, analytisch | Emotional, assoziativ, persönlich |
| Tiefe | Tiefes Verstehen von Motiven | Oberflächlich, eigener Gedankengang |
| Emotion | Nüchtern, distanziert | Emotional beteiligt |
| Anwendung | Konfliktlösung, Moderation | Alltagsgespräche |
Relevanz für Facilitation
In der Moderation ist analytisches Zuhören essenziell, um Gruppenimpulse präzise zu erfassen und Missverständnisse zu vermeiden – es schafft Struktur. Assoziatives Zuhören kann ergänzen, birgt aber Risiken, da es vom Thema ablenkt.
Analytisches Zuhören unterstützt wertschätzende Kommunikation, indem es den Sprecher wirklich „sieht“, ohne eigene Assoziationen zu überlagern.
