Six Steps Facilitation: Das Metamodell

„Six Steps Facilitation“ ist ein strukturiertes Modell für Facilitation / Moderation von Workshops und Gruppenprozessen, das von Josef W. Seifert entwickelt wurde. Es dient als klare Dramaturgie, um Sitzungen und Meetings möglichst effektiv, partizipativ und zielorientiert zu gestalten.

Was dahinter steckt

Der Ansatz versteht sich nicht als reiner Methodenkatalog, sondern als ein sechsstufiges Ablaufmodell, das die Rolle des Facilitators und den Prozess der Gruppe schrittweise begleitet. Ziel ist es, dass die Gruppe aktiv einbezogen wird, möglichst eigene Lösungen findet und gemeinsam Entscheidungen trifft.

Zentral ist die Förderung von Selbstorganisation „im facilitiert Rahmen“.

Typische sechs Schritte

Obwohl die genaue Formulierung leicht variieren kann, basiert das Modell in der Praxis meist auf einer Abfolge wie:

  • Einsteigen: Thema, Ziel und Ablauf klären, Atmosphäre schaffen
  • Sammeln: (Teil-)Themen zusammentragen, Gesprächsbedarf klären
  • Auswählen: Priorisieren der Arbeitspakete
  • Bearbeiten: Themen der jeweiligen Zielsetzung gemäß bearbeiten
  • Planen: Konkrete Maßnahmen festlegen
  • Abschließen: Rückblick, Bewertung, Verabschiedung

Diese Schritte helfen, Gespräche zu strukturieren, Zeit gezielt zu nutzen, Verantwortung bei der Gruppe zu belassen und tragfähige Lösungen zu erreichen.

Wo es eingesetzt wird

„Six Steps Facilitation“ wird gerne in Workshops, Projektsitzungen, Partizipationsprozessen und Community‑Mobilisation genutzt, also überall dort, wo mehrere Personen gemeinsam planen, entscheiden oder (von einander) lernen sollen.

Der Kernunterschied von „Six Steps Facilitation“ zu vielen anderen Facilitation- / Moderations‑ und Framework‑Methoden

Der Kernunterschied von „Six Steps Facilitation“ zu vielen anderen ModerationsDesigns liegt darin, dass es zwar auch ein spezifisches Veranstaltungsformat, etwa für Optimierungs-Workshops ist, darüber hinaus aber als allgemeines Strukturmodell für workshopsbasierte Facilitation genutzt werden kann.

1. Metamodell vs. Format

  • Six Steps ist ein Meta‑Strukturmodell: Es beschreibt sechs logische Phasen eines Moderationsprozesses, die sich auf viele Meeting‑ und Workshop‑Typen anwenden lassen.
  • World Café oder Open Space dagegen sind konkrete Formate mit festen Regeln, Rollen und Raumsituationen (z. B. Tischrotation, Café‑Atmosphäre, freie Themenwahl).

2. Struktur vs. Freiheit

  • Bei SixSteps liegt der Fokus auf klarer Prozessstruktur und Orientierung der Gruppe. Der Facilitator gestaltet den Ablauf, achtet auf Einbezug aller Teilnehmer und maximale Freiheitsgrade für Selbstorganisation.
  • Bei SixSteps Facilitation steht Komplexitätsreduktion und Erleichterung der Aufgabenbewältigung durch klare, zeilorientierte methodische Unterstützung im Fokus der Facilitator.

3. Einsatzbereich und Ziel

  • Six Steps ist gut für terminierte, zielorientierte Sitzungen (z. B. Projektmeetings, Strategieworkshops, Entscheidungssitzungen), bei denen klare Ergebnisse und Maßnahmen („Wer macht was, bis wann?“) gesucht sind.
  • Große Dialog‑Formate wie World Café oder Open Space zielen eher auf umfassenden Dialog, Kreativität und Beteiligung vieler Stimmen, oft bei komplexen, strategischen oder community‑nahen Themen.