Josef W. Seifert, ein Pionier der Businessmoderation, unterscheidet Moderation und Facilitation vor allem in der Rolle des Prozessbegleiters und im Grad der Gruppenautonomie. Moderation setzt auf Fremdorganisation vor Selbstorganisation: Der Moderator übernimmt eine aktive Steuerungsrolle, reduziert Komplexität durch strukturierte Methoden (z. B. seinen SixSteps-Moderationszyklus), notiert Ergebnisse und kanalisiert den Prozess, um Orientierung und Lösungsorientierung zu schaffen. Facilitation hingegen priorisiert Selbstorganisation im fremdorganisierten Rahmen: Der Facilitator hält sich im Hintergrund, spannt nur einen großen Rahmen (z. B. Regeln und Phasen), fördert Flow und kreative Selbstgestaltung der Gruppe, ohne Inhalte zu beeinflussen.
Kernunterschiede
Seifert sieht beide als ergänzende Ansätze in der Prozessberatung, wobei der Begriff Facilitation oft als „neuere Mode“ wahrgenommen wird, aber inhaltlich mit seiner Businessmoderation verwurzelt ist.
