Ziel & Weg

Der konkrete Ablauf eines Gruppenprozesses ist auch für Moderation / Facilitation nicht vorhersehbar. Für die Vorbereitung einer Moderation sollte sich der Facilitator daher bewusst sein, dass er immer das Unplanbare plant. Planung ist also nur der eine Teil, der andere ist die Tatsache, dass der Weg beim (oder wie ich lieber sage, durch’s) Gehen entsteht.

Das verbindende Element ist das Ziel.

Das Ziel

Der Dreh- und Angelpunkt jeder Moderation ist das Ziel. Nur ein klar und konkret formuliertes Ziel, das es zu erreichen gibt Orientierung. Dabei darf das Ziel nicht mit einer Vision verwechselt werden und nicht mit einem Prozess.

„Die Menschen sehen sich als Teil der Natur.“ oder „Wir haben eine offene Konfliktkultur.“, „Wir sind die Nummer eins für…“ sind keine Ziele, sondern Visionen. „Optimierungsbedarf zusammentragen“, „Austausch zu…“ sind Prozessbeschreibungen, keine Ziele.

Ein Ziel beschreibt einen Zustand, der bei Licht betrachtet im Rahmen des Meetings, des Workshops, des Kongresses oder Forums erreicht werden kann.

Der Weg

Wenn es ein klares Ziel gibt, kann ein ModerationsDesign (von „Appreciative Inquiry“ über „SixSteps“ bis „Zukunftskonferenz“) gewählt werden, das geeignet erscheint, das Ziel zu erreichen. Jedes ModerationsDesign oder jeder Facilitation-Ansatz schlägt konkrete Prozessschritte vor, die passende Facilitation-Methoden beinhalten, durch die der Prozess vorgedacht und konkret vorbereitet werden kann.

Sind Ziel und Weg definiert, kann die Reise beginnen. Was bleibt ist der Teil des Unplanbaren. Nach solider Planung und Vorbereitung gilt es, sich dem Prozess anzuvertrauen und mit Intuition und Improvisationsgeschick, passenden Kommunikationstechniken und Moderationsmethoden, situativ zu agieren…

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⬜ MODERATIO BLOG: „Was, wenn der Weg gar nicht das Ziel ist?

© Josef W. Seifert 2026